ZSM Herbsttagung

Herzliche Einladung & CfP zur ZSM Herbsttagung an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg 26. & 27.11.2026 

„Labore“ in den Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften. Epistemische Arrangements, methodologische Perspektiven, methodische Instrumente und empirische Analysen in Forschung, Entwicklung und Lehre

In den Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften ist in den letzten Jahren eine verstärkte Bezugnahme auf „Labore“ zu beobachten (vgl. Hofhues & Schiefner-Rohs, 2017; Rehfeldt et al., 2020). Neben etablierten naturwissenschaftlichen Bedeutungen entstehen vielfältige Formate wie Reallabore, Living Labs oder Lernlabore, die als Orte der Forschung, Entwicklung und Lehre gleichermaßen fungieren. Diese Entwicklungen kann auf eine Verschiebung wissenschaftlicher Praxis gedeutet werden, in der Laborarrangements nicht nur als technisch kontrollierte Umgebungen, sondern als komplexe soziale und pädagogische Konstellationen relevant werden. Insbesondere in Diskursen zu Reallaboren, Living Labs und Lernlaboren (vgl. Bergmann et al., 2021; Geibler et al., 2011; Rehfeldt et al., 2020; Deutscher Bundestag, 2018) wird das Labor als Ort kooperativer Wissensproduktion, experimenteller Praxis und gesellschaftlicher Intervention gefasst. Damit verschieben sich auch die Bedingungen der Erkenntnisgewinnung. Besonders wenn nicht nur im metaphorischen Sinne von „Laboren“ die Rede ist, kann gefragt werden inwiefern sich Forschung mit dieser Hinwendung zunehmend in Settings vollzieht, die zwischen Wissenschaft und Praxis, Beobachtung und Gestaltung sowie Analyse und Intervention angesiedelt sind. Auch lässt sich fragen, wie Vorstellungen von Kontrollier- und Steuerbarkeit in erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Laborsettings reflektiert werden. Zusätzlich gewinnen digitale – gegenwärtig vor allem KI-basierte – Technologien in Laborarrangements an Bedeutung. Künstliche Intelligenz kann dabei sowohl als methodisches Instrument der Datenerhebung und -auswertung als auch als Bestandteil der untersuchten Praxis selbst verstanden werden. Damit stellen sich zusätzliche Fragen nach der Rolle algorithmischer Systeme in der Konstitution von Forschungsprozessen, nach Formen der Delegation und Unterstützung sowie nach epistemischer Verantwortung.

Die Tagung nimmt diese Entwicklungen zum Anlass, das Labor in den Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften als Gegenstand empirischer Analyse und methodologischer Reflexion zu diskutieren. Im Zentrum steht die Annahme, dass Labore nicht lediglich Orte der Datenerhebung sind, sondern – wie vielfach etwa durch Arbeiten in den Science and Technology Studies gezeigt wurde – spezifische epistemische Arrangements, in denen soziale Wirklichkeit unter bestimmten Bedingungen hervorgebracht, variiert und beobachtbar (gemacht) wird. Damit rücken zugleich Fragen nach den zugrunde liegenden methodologischen Perspektiven sowie nach den eingesetzten methodischen Instrumenten und letztlich auch den Bedingungen der Wissensproduktion in den Fokus.

Angesprochen sind Forschende, die empirisch zu Laborformaten arbeiten oder Labore als Bestandteil ihrer Forschung nutzen. Qualitative, interpretative und rekonstruktive Zugänge sind dabei ebenso eingeladen wie andere empirische Perspektiven, sofern sie sich mit den spezifischen Bedingungen, Potenzialen und Grenzen von Laboren in den Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften auseinandersetzen.

 

Link zum Call: https://www.zsm.ovgu.de/11_+ZSM+Herbsttagung+2026-p-1804.html

Tickets: https://www.ovgu.gmbh/zsm-herbsttagung

Homepage: https://www.zsm.ovgu.de/

 

Bei Fragen stehen wir sehr gerne zur Verfügung: zsm@ovgu.de

Letzte Änderung: 03.09.2026 -
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